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Scrolls: Mojangs neuster Hit im Review

Logo_of_Mojang's_game,_ScrollsVielleicht habt ihr in der Vergangenheit schon das ein oder andere von Scrolls gehört. Ein neues Spiel von Minecraft-Erfinder Markus Persson? Und dazu noch ein Sammelkartenspiel? Das weckte bereits im Vorfeld eine Menge Neugierde auf den Release, der am 3. Juni endlich startete. Das Spiel befindet sich (wie seinerzeit Minecraft) noch in der Betaphase und wird von Mojang stetig weiter entwickelt. Doch was ist dieses Scrolls überhaupt, was macht es so besonders und kann es dem schwedischen Studio damit gelingen, den Erfolg des großen Vorbilds zu wiederholen? Wir haben es für euch unter die Lupe genommen und verraten euch, ob sich der Kauf lohnt.

Scrolls – ein (fast) typisches TCG

Wer noch nicht mit dem Prinzip von Sammelkartenspielen (TCG) vertraut ist, für den sei es hier noch einmal kurz erklärt: das Ziel ist es, gegen einen anderen Spieler mit Hilfe einer selbst zusammengestellten Mischung aus Kreaturen, Zaubern und anderen Karten (dem sogenannten Deck) anzutreten. Meist wird dabei derjenige als Sieger hervor gehen, dessen Deck besser durchdacht und dessen Karten besser aufeinander abgestimmt sind. Strategie und eine geschickte Vorgehensweise spielen dabei für gewöhnlich eine eher untergeordnete Rolle. So gewinnt dieses Genre seine starke Motivation hauptsächlich aus der Sammel- und Tauschleidenschaft, sowie dem ständigen Tüfteln über dem perfekten Kartendeck.

Scrolls Deckbuilder (Alle Bilder: Scrolls.com)Auch in Scrolls dürft ihr euer eigenes Deck basteln, wobei die Karten grundlegend in drei grobe Kategorien unterteilt sind: Growth, Energy und Order. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihren Thematiken, sondern benötigen im Spiel auch jeweils eigene Ressourcen. Wer also Ressourcen für Order-Karten sammelt, wird damit keine Kreaturen der Marke Energy beschwören können – umgekehrt gilt dies natürlich genauso. Deshalb ist es gerade für Einsteiger empfehlenswert, sich erst einmal auf eine Farbe zu beschränken. Mischdecks sind zwar möglich, erfordern jedoch ein etwas tieferes Spielverständnis. Bis hierhin funktioniert Scrolls also wieder jedes andere TCG.

Strategische Elemente

Stürzt man sich schließlich in die erste Runde (empfehlenswert erst einmal gegen die KI, als direkt gegen einen anderen Spieler), wird sich jedoch rasch der große AHA-Effekt einstellen. Im Vergleich zu anderen Spielen seines Genres, bietet Scrolls nämlich tatsächlich eine gewisse strategische Tiefe. Während die Karten bei Magic: The Gathering nebeneinander abgelegt werden und einfach irgendwie ‚da sind‘, dürft ihr in Scrolls eure Einheiten auf einem Hexfeld platzieren. Wie ihr eure Kreaturen dabei aufstellt und in welcher Reihenfolge ihr diese ausspielt, wird hier nicht selten über Sieg oder Niederlage entschieden.

Scrolls HexfeldOb ihr eure Einheiten sinnvoll platziert habt, seht ihr spätestens dann, wenn sie einige Runden später angreifen. Da sie stets auf ihrer aktuellen Reihe nach vorne hin zuschlagen, werden sie auch nur die gegnerischen Kreaturen verletzen können, die sich auf dieser Linie befinden. Dies führt schnell zu einigen tiefergehenden Überlegungen: Reicht mein Schaden aus, um das Katapult zu zerstören? Bin ich vor dem Gegenangriff sicher? Sollte ich für meine Ressourcen eher einen Zauber wirken oder noch einen Blocker platzieren?

Scrolls KampfGewonnen hat übrigens der Spieler, der es zuerst schafft, drei von fünf Idolen zu zerstören, die sich auf jeder Seite in der hintersten Schlachtreihe befinden. Wie ihr dabei am sinnvollsten vorgeht, hängt ganz von euch und eurem Deck ab. Die ausgespielten Kreaturen unterscheiden sich nämlich nicht nur in den Werten Stärke, Lebenspunkte und Angriffsgeschwindigkeit (in Runden), sondern besitzen oftmals auch über zusätzliche Fähigkeiten. Beispielsweise machen Einheiten mit dem Zusatz Relentless nicht nach einem zerstörten Gegner Schluss, sondern übertragen übrig gebliebenen Schaden direkt auf die nächste, dahinter stehende Kreatur. Thorns hingegen fügt Angreifern einen gewissen Schadenswert zu, weswegen die Truppen mit dieser Eigenschaft weit vorne platziert und als Blocker eingesetzt werden sollten.

Zwischen starkem Frust und noch stärkerer Motivation

So taktisch die Auseinandersetzungen auch ablaufen, so sollte man sich eines stets vor Augen halten: Scrolls ist trotz seines Tiefgangs immer noch ein TCG. Es kommt nicht selten vor, dass man eindeutig überlegene Runden am Ende doch verliert, weil man nach mehrmaligem Ziehen nur unpraktische Karten auf die Hand bekommt, oder der Gegner eine Kerneinheit gezielt vernichtet (wahlweise mit einem Zauber auch mal das ganze Spielbrett leer fegt) und damit jede aufgebaute Strategie zunichte macht.

Scrolls Kampf 2Solche Momente können frustrierend sein, machen aber immer wieder deutlich, dass es nun einmal nicht die Aufgabe dieser Art von Spielen ist, immer und zu jedem Zeitpunkt fair abzulaufen. Glück und Pech lassen sich durch ein geschickt aufgebautes Deck zwar minimieren, jedoch nicht vollkommen aus dem Spiel verdrängen. Selbst eine noch so starke Strategie wird früher oder später vor einem überlegenen Deck kapitulieren müssen. Diese Erkenntnis vor Augen kaufen wir uns nach verlorener Runde ein paar neue Karten im Shop ein. Mit diesen bauen wir schließlich unser Deck um, tauschen ungeliebte Zauber aus und passen unsere Strategie an. Schnell ein Testspiel und siehe da – der Erfolg stellt sich ein. Diese Mischung aus Sammeln, Tüfteln und Ausprobieren stellt ohne Zweifel das Hauptmotiv in Scrolls dar und motiviert auch nach längeren Fruststrecken zu immer neuen Runden.

Wünsche für die Zukunft

Obwohl Scrolls an die 15 Euro kostet, befindet sich das Spiel noch in der Betaphase und wird stetig weiterentwickelt. Dieses Konzept hat bereits bei Minecraft funktioniert und geht auch dieses Mal wieder auf. So hat man bei Mojang bereits eine Woche nach Release bekannt gegeben, dass die Produktionskosten eingespielt wurden und das Game fortan profitabel sei.

Im Spiel selbst merkt man Scrolls seinen Beta-Status nur selten an. Hier und da gibt es einige Kleinigkeiten zu bemängeln, beispielsweise die geringe Auswahl an Soundtracks, oder das etwas unpraktische System, mit dem ein Multiplayer-Match gestartet wird. Dies ist jedoch Meckern auf hohem Niveau und lenkt wohl allerhöchstens davon ab, dass es an Scrolls eigentlich nicht viel auszusetzen gibt.

Scrolls SiegEinen großen Kritikpunkt haben wir dann aber dennoch: Den spürbaren Mangel an unterschiedlichen Karten. Sehr schnell wird der Spieler von dem Gefühl beschlichen, alles im Spiel gesehen zu haben und eher selten wird man von der Versuchung gelockt, die integrierte Handelsfunktion in Anspruch zu nehmen. Es ist verständlich, dass die Einführung neuer Karten Zeit kostet, zumal jede Kreatur nicht nur über ein einzigartiges Portrait verfügt, sondern auch noch liebevoll animiert ist. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich Mojang nicht allzu viel Zeit mit der Aufstockung des Sortiments lässt, um so mehr individuelle Decks zu ermöglichen. Auch weitere Spielmodi – zum Beispiel Teamspiele – würden wir uns für die Zukunft wünschen.

Scrolls ShopScrolls – Fazit

Ich gebe es gerne zu: es ist eine Hassliebe, die mich da mit Scrolls verbindet. Das System ist unglaublich motivierend, beschert immer wieder kleine Erfolge und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich endlich die ersehnte Karte bekomme, dir mir in meinem Deck noch gefehlt hat. Andererseits möchte ich manchmal aber auch einfach nur meinen Monitor anbrüllen und die Maus gegen die Wand werfen, wenn eine Runde wieder einmal nicht so verläuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Diese Gratwanderung ist von Mojang geschickt inszeniert und fällt stets zugunsten des Spiels aus. Immer überwiegt die Motivation, so dass ich mich direkt wieder zu einer neuen Runde hinreißen lasse.

Ist Scrolls nun empfehlenswert? Auf jeden Fall, bedenkt man, dass nach dem Erwerb des Spiels keine weiteren Kosten anfallen und sämtliche Karten für die Ingamewährung zu kaufen sind (was beileibe keine Selbstverständlichkeit in diesem Genre darstellt). Scrolls ist für Fans von Sammelkartenspielen genauso empfehlenswert wie für alle, die bisher eher wenig Kontakt mit dieser Art von Games hatten.

Hier kommt ihr zur offiziellen Seite von Scrolls.

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