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Nach Komasaufen kommt Komazocken

Nur wenige Wortkreationen der letzten Dekade haben die Jugend so geprägt wie das Wort Komasaufen. In Östereich wurde „Komasaufen“ 2007 sogar zum Unwort des Jahres gekürt – und natürlich weiß jeder was sich dahinter verbirgt, nämlich ein exzessives Trinken bis zum Vollrausch bzw. bis zur Bewusstlosigkeit.

Trotz steigender Anzahl von Alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Jugendlichen ist das Thema wohl nicht mehr so populär in den Medien. Man hat lange nichts mehr davon  gehört oder gelesen, so lässt auch Spiegel Online etwas vom Thema ab. Zeit für neuen Gesprächsstoff:

Drogen- und Suchtbericht 2012

Vor Kurzem wurde der Drogen- und Suchtbericht 2012 von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung veröffentlicht. Zwar wurde dort erwähnt, dass das Komasaufen weiter Zuwachs unter den Jugendlichen findet, doch wurde ein anderer Inhalt viel häufiger in den Medien erwähnt. Die Rede ist von der Internet- und Computerspielsucht.

Internet- und Computerspielsucht

Laut dem Bericht gelten 250.000 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren als Internetabhängig, weitere 1,4 Millionen Nutzer als gefährdet. Bei knapp 10 Millionen Deutschen in dieser Altersspanne sind ca. 2,5 % süchtig und 14 % als gefährdet.

Gamescom 2011
Besucherrekord auf der Gamescom 2011

Aus meiner Sicht sind die Zahlen noch etwas zu niedrig gegriffen. Fraglich ist natürlich ab wann man als gefährdet oder süchtig gilt. Gilt ein Jugendlicher, der immer Facebook nebenher laufen hat, um zu checken, was die Clique so treibt schon als gefährdet oder gar als süchtig?

Und was ist mit den zahlreichen MMO-Spielern, die feste Raidtage haben und so z. B. mindestens zwei Mal pro Woche an festen Zeiten gemeinsam in der Gilde Raid-Dungeons bestreitet?

Vergleicht man diese „festen Spielzeiten“ mit den festen Trinkzeiten einer Alkoholsucht, wird schnell klar, dass man dies nicht direkt vergleichen kann. Ob unsere Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans, die 61 Jahre jung ist,  eine Möglichkeit findet, die „Suchtarten“ korrekt zu differenzieren, sei dahin gestellt.

Doch schon als normaler Zocker kann man überall fragwürdiges Verhalten beobachten. Ein signifikantes Beispiel war das Release von Diablo 3.

Komazocken

Dabei geht es nicht um das häufige Spielen oder feste Spielzeiten. Es geht dabei, um das exzessive Spielen bis zur Bewusstlosigkeit. Beim Release von Diablo 3 wurde mir persönlich wieder klar, wie stark ein solches Spielverhalten verbreitet ist.

So wurde der Spieler Athene gehyped, weil er als erster Spieler weltweit Stufe 60 erreicht hat. Die Aufmerksamkeit imponiert natürlich vielen Spielern und schon weit vor Diablo 3 hat sich ein übertriebenes Spielen auf Kosten der eigenen Gesundheit als krass und cool etabliert.

Spiele bewusst genießen!

Seit einiger Zeit kann man auf Flaschen mit alkoholischen Getränken kleine Logos finden, die auf bewussten Alkoholgenuss hinweisen. Ist nicht langsam die Zeit gekommen, sowas auch auf Spieleverpackungen anzubringen? Mit Sicherheit wird sich dann auch die Zahl derer verringern, diesich schon nach wenigen Tagen eines Release darüber beschweren, dass es keinen Content mehr gibt!

Was denkt ihr darüber? Haltet ihr diesen Artikel für maßlos übertrieben oder gebt ihr ihm zumindest in Teilen recht? Diskutiert doch mit unter: http://community.mmozone.de/stammtisch/komazocken-neuer-jugendtrend-1941/

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