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Guild Wars 2: Reisen in Tyria – Kapitel fünf

Auf der offiziellen Guild Wars 2 Seite ist nun das fünfte Kapitel von dem Projekt „Reisen in Tyria“ erschienen. Auf der diesjährigen MomoCon haben Narrative Director Leah Hoyer und Narrative Designer Ross Beeley ein Panel zu den Grundlagen des Narrative Designs abgehalten und zusammen mit dem Publikum eine Geschichte erstellt.

Reisen in Tyria – Kapitel fünf

Es wurde der Charakter Vikki erschaffen. Diese Protagonistin begibt sich auf eine Reise, um ihren treuen Moa Momo zu retten. Im September haben die Entwickler dann dazu aufgerufen eigene Fan-Geschichten einzuschicken.

GW2 MitarbeiterArenaNET zu Reisen in Tyria – Kapitel fünf (Quelle)

Als ich aufwachte, fehlte außer einem Apfel nichts aus meiner Tasche. Dieses Vergehen ging auf das Konto von Momo, die vorgab zu schlafen und dabei auf dem halb verzehrten Kerngehäuse lag. Ich war mir jedoch sicher, dass sie geschlafen hatte, als meine Tasche durchwühlt worden war. Hatte ich ebenfalls geschlafen? Vielleicht war es nur ein Albtraum.

Als ich Momo für den Rest des Tages auf Mepis Hof zurückließ, wirkte alles immer noch ein wenig verschwommen. „Ich werde gut auf sie aufpassen.“, versicherte Mepi. „Wollt Ihr Euch in der Zwischenzeit nicht ein bisschen die Beine vertreten?“

„Danke, ich möchte lieber hier sitzen und mich in meinen Sorgen ergehen“ wäre wohl keine besonders höfliche oder produktive Antwort gewesen. Ich spitzte meine Ohren und versuchte, etwas weniger müder zu wirken. „Warum nicht. Habt Ihr Empfehlungen für mich?“

„Nicht weit von hier liegt Edas Obstgarten. Den Damm sehen sich einige Leute auch gerne an. Wenn Ihr nichts gegen einen Spaziergang einzuwenden habt, dann wäre da natürlich noch die Stadt.“

Ein Spaziergang kam mir ganz recht. In Rata Sum laufen Nicht-Asura mit weit aufgerissenen Augen herum und bestaunen die in den Wolken schwebenden Würfel. Einigen dieser Besucher kommen die Hologramme und Golems vor wie pure Magie. Vielleicht würde ich Götterfels ja ebenso malerisch und urig finden wie Shaemoor.

Sobald ich die Tore der Stadt passiert hatte, wurde mir bewusst, dass diese Stadt der Menschen für Hunderttausende Bewohner erbaut worden war. Die meisten von ihnen waren mindestens einen Meter größer als ich. Die Straßen waren so breit, dass eine ganze Schar Moas Schulter an Schulter nebeneinander hätte laufen können. Bei dem Gedanken, was für Gerüste nötig gewesen sein mussten, um derart gewaltige Türme und Bögen ohne Schwebetechnologie zu erbauen, lief es mir eiskalt den Rücken herunter.

Ich lief die gepflasterten Straßen entlang, hinein in den ersten Gang, den ich sah. Der Anblick verschlug mir den Atem. Die gläsernen Wände leuchteten von innen. Hinter ihnen schwammen Fische hin und her. Wäre Momo bei mir gewesen, wäre sie vollkommen durchgedreht. Es war kühl und ruhig. Wäre ich den Passanten nicht im Weg gewesen, hätte ich dort länger verweilt.

Hinter dem Aquarium breitete sich ein Garten aus. In Form geschnittene Hecken kennzeichneten die Pfade. Säulen, an denen blühende Ranken wuchsen, ragten empor in Richtung einer gläsernen Kuppel. Von der Decke herab hing ein riesiges Modell des Sonnensystems aus poliertem Metall. Eine lächelndes Gesicht in Form einer Sichel stellte den Mond dar. Die Vorrichtung gab beim Drehen ein wohltönendes Knarren von sich. Asura-Technologie konnte für Erstaunen sorgen, die Menschen hingegen schienen Schönheit über Funktion zu stellen.

Leider schien dieser Garten kein Ort zu sein, an dem man ein Nickerchen halten konnte. Die Müdigkeit saß mir immer noch in den Knochen. Ich sehnte mich nach einer Tasse starken Kaffee.

Ein Sylvari in blau-weißer Rüstung stand in meiner Nähe, und so fragte ich ihn nach dem Weg. Er war riesengroß, hatte jedoch ein freundliches Gesicht. Hinter seiner Schulter lugte ein kleines Tier mit schnurrhaarbesetzter Schnauze hervor. Als es mein Kichern hörte, hechtete es in die Tasche des Sylvari.

Er stellte sich als Issandür vor. „Wenn Ihr wissen wollt, wo Ihr seid,“ sagte er, „dann merkt Euch am besten die Namen der sechs Götter der Menschen. Die Stadt ist nach ihnen unterteilt.“

„Melandru, Dwayna, Kormir, Lyssa, Grenth und … Bathazar?“ Ich konnte mir ihr Bild vage ins Gedächtnis rufen. Vielleicht lag es an der Dwayna-Statue, die ich auf dem Weg in die Stadt passiert hatte.

Er lächelte. „Balthasar heißt er. Und ja, das sind ihre Namen. Wenn Ihr einen Kaffee wollt, dann versucht es mal im Ossa-Viertel. Nehmt die Grenth-Hochstraße und dann den Pfad nach unten, auf der linken Seite.

Die Grenth-Hochstraße führte bis zu den Steinmauern der Stadt. Was ihre Größe betraf, konnte nicht einmal das Tor der Tengu mithalten. Mir wurde ganz schwindelig. Wenn etwas derart Großes einstürzte, würde es alles unter sich zerstören. Am Ende des Weges befanden sich eine weitere Gottesstatue, ein Menschenpriester und eine Norn, die sich an die Mauer lehnte. Ich hatte nicht vor, mich noch näher heranzuwagen.

Ich zitterte. Es wäre schöner gewesen, die Stadt überblicken zu können, doch auf beiden Seiten der Straße war jeweils ein riesiger Vorsprung. Ich sprang hoch, fasste nach der Kante, steckte meine Zehen zwischen die Ziegel und zog mich dann hoch.

Die Stadt erstreckte sich wie eine gewaltige Schlucht. Häuser mit Schrägdächern ragten wie spitze Steine empor. Zwischen ihnen schlängelten sich Straßen wie Bäche und Flüsse. Hunderte weißer Vögel flogen von einem Ende der Stadt zum anderen. Ob sie diese riesige Stadt überhaupt jemals verlassen mussten, um Nahrung zu finden oder ein Nest zu bauen? Vielleicht bestand die Welt für sie nur aus dieser Stadt.

Ich setzte mich und umklammerte meine Knie. Der Vorsprung war so breit, dass ich keinen Sturz in die Tiefe fürchten musste. Gleich unter mir wanderten Menschen durch einen Hof voller kunstvoller Steingebilde und … oh … Es waren Grabsteine. Begruben sie die Toten etwa hier in der Stadt?

Die Norn, die sich eben noch an die Mauer gelehnt hatte, kam herüber und stützte ihren Fuß gegen den Vorsprung. Für sie hatte ich die Größe eines Tritthockers. „Was ist da auf dem Friedhof?“

Es dauerte einen Moment, bevor ich begriff, dass sie mit mir sprach. „Oh, nichts Besonderes.“ Da fiel mir auf, dass es vielleicht unhöflich war, Menschen dabei zu beobachteten, wie sie Gräber besuchten. „Ich wollte mich nur einen Moment setzen.“

Ich saß in ihrem Schatten und zitterte wieder. Ich blickte nach oben. Sie hatte ein rundes Gesicht, Sommersprossen und stechend blaue Augen. Ihr kupferrotes Haar trug sie in einem Zopf, der dreimal so lang war wie ich groß. Ihre bleiche Haut war ein wenig rot vom Wind. Die Norn war in schwarze Felle und Leder gehüllt.

Sie sah mich an wie eine Katze einen Käfer. Der Vorsprung schien auf einmal gar nicht mehr so breit zu sein. Ich hatte gehört, dass es sogar in der Stadt Banditen gab, aber …

„Äh, Entschuldigung.“ Meine Handflächen fühlten sich dreckig und verschwitzt an. Ich versuchte, sie so unauffällig wie möglich an meiner Hose abzuwischen. „Ich … ich bin neu hier. Alles ist so riesig, das macht mich etwas nervös. Kann ich Euch helfen?“

Sie setzte sich neben mich und lächelte. „Das könnt Ihr, glaube ich.“

Ich erwiderte ihr Lächeln und entspannte mich. Sie wollte sich unterhalten. Ich fragte mich, ob es große Leute in Götterfels wohl genauso schwer hatten wie ich als kleine Person. Als ich den Mund aufmachte, um mit meiner Frage das Eis zu brechen, griff sie nach meinem Handgelenk.

„Hey.“ Meine Stimme versagte. Es war wie in einem schlechten Traum, wenn man versucht zu schreien. Ihre Hand war so groß wie mein kompletter Unterarm und ihr Griff war so fest, dass ich meinen Arm nicht bewegen konnte.

Die Norn beugte sich vor. „Wir sollten uns einander vorstellen“, sagte sie ruhig. Sie lächelte immer noch. „Ihr könnt damit anfangen, mir zu verraten, woher Ihr Tonni kennt. Dann sage ich Euch, was Ihr für mich tun sollt.“

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