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Guild Wars 2: Neue Geschichten von Angel McCoy

Ihr kennt Angel McCoy noch nicht? Na dann habt Ihr natürlich Ihre bisherigen spannenden Hintergrundgeschichten zu Guild Wars 2 und der lebendigen Welt verpasst. Auch an diesem Wochenende präsentiert uns die Lore-Schreiberin wieder eine kleine Geschichte zum aktuellen Content Patch, Mörderische Politik. Heute gibt es sogar gleich zwei Geschichten, denn wie Ihr sicherlich wisst, kämpfen zur Zeit Ellen Kiel und Evon Schlitzklinge um den Platz im Kapitänsrat. Viel Spass

GW2 MitarbeiterOffiziell zu Offizielle GW2 Seite (Quelle)

Das Schiffswrack: Wie Ellen Magnus getroffen hat

Das Schiff war im Begriff zu sinken. Das Mädchen Ellen Kiel kauerte in der Koje ihrer Eltern und wartete darauf, dass sie sie holen kamen.

Das Wasser stieg immer höher, schäumend und pechschwarz. Auf seiner sich kräuselnden Oberfläche breitete sich ein schmutzig-öliger Glanz aus. Es fühlte sich kalt an, als es ihre Zehen erreichte …­ eiskalt.

Ellen zwängte sich in ihre Ecke, so weit sie konnte.

Die Schranktüren sprangen auf, und all ihre Habseligkeiten – Kleidung, Waschzeug, Bücher – quollen aus ihnen hervor. Alles stürzte ins Wasser und versank langsam, bis nichts mehr auszumachen war.

„Mama?“, rief Ellen. „Mama, wo bist du?“

Ein fürchterliches Stöhnen drang von weit unten hinauf, und das Schiff knarrte.

Ellen Kiel Bild

„Mama!“

Das Wasser kannte keine Gnade. Vom Boden bis zur Decke stieg es langsam und unerbittlich, bis es die ganze Kabine füllte und ihre Wände bersten ließ.

Am ganzen Leibe zitternd quälte sich Ellen durch das Wasser. Ihre Tränen wurden eins mit dem salzigen Meer und verloren sich ganz wie sie selbst in seinen unendlichen Weiten.

Als das Wasser über ihr zusammenschlug, versprach Ellen den Göttern, sie würde ganz artig sein, für immer und ewig, wenn sie nur dafür sorgen würden, dass ihre Eltern sie endlich holen kämen.„Bitte!“, flehte sie tonlos. „Ich werde artig sein!“

Plötzlich schlang sich etwas Großes, Starkes um ihre Fesseln und zog sie in die Tiefe.

Fast hätte sie aufgeschrieben, wer weiß ob aus Angst oder Hoffnung, wäre sie nicht so schnell durch das Wasser gezogen worden, dass es ihr in die Nase hochstieg. Sie begann zu husten und zu röcheln, bis das alles verschlingende Meer von ihr Besitz ergriff.

Als sie das Bewusstsein wiedererlangte, war ihr Kopf an der Oberfläche, und sie tat einen tiefen Atemzug. Ihre Lungen und ihr Magen entledigten sich des Wassers mit schmerzhafter Entschlossenheit.

Ein breiter Reif um ihren Rumpf hielt sie über Wasser, und eine raue Stimme brummte in ihr Ohr: „So ist’s recht. Immer raus damit. Du wirst schon wieder.“

Ellen klammerte sich an den Norn, der sie in seinen Armen hielt. Ihre Finger hielten Strähnen seines Haars fest, und ihr Griff wollte sich auch dann nicht lösen, als er sie auf dem Deck seines Rettungsschiffs absetzte und sie in eine Decke hüllte.

„Ist schon gut, Kindchen“, sagte er. „Wie heißt du denn?“

„Ellen.“

„Ich bin Magnus. Sind deine Eltern auf dem Schiff da?“

Ellen nickte. „Mama und Papa.“

„Unsere Leute werden nach ihnen suchen. Alles wird gut. Du kannst mich jetzt loslassen.“ Mit seiner großen Hand versuchte Magnus sanft, ihre kleine zu öffnen.

„Nein!“ Ellen wehrte sich und festigte ihren Griff.

„Schon gut, schon gut …“ Magnus schlang seine Arme um sie. „Heute ist ein guter Tag, um Angst zu haben. Schließlich bleibt dir zum Tapfersein noch morgen und der ganze Rest deines Lebens.“

Kurzgeschichte: Evon Schlitzklinge geht von Bord

Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern seines Trupps stand Evon Schlitzklinge vor Legionärin Aria Schlitzfang stramm. Ein unbehagliches Schweigen hing zwischen ihm und seiner Vorgesetzten in der Luft.

„Warum habt Ihr nicht getan, was ich Euch aufgetragen habe, Soldat?“, knurrte Schlitzfang. „Ihr habt meine Befehle doch verstanden, oder?“ Sie kam Evon immer näher, Schnauze an Schnauze, bis sie schließlich dieselbe Luft atmeten.

Es war erstickend. Evon hob seine Schnauze an. „Darf ich offen sprechen, Sir?“

„Wenn es wichtig ist. Spuckt schon aus, was Euch auf der Leber liegt.“

Evon Schlitzklinge Bild

Evon spürte, wie die anderen Mitglieder seines Trupps von ihm wichen. Er fühlte sich ihnen überlegen; ihr Rückzug war feige und bestärkte ihn in seiner Überzeugung, die sich über die vergangenen Tage hinweg, seit er zum ersten Mal die Befehle seines Legionärs gehört hatte, in ihm verhärtet hatte.

In den zwanzig Jahren seit seiner Geburt war Evon ein guter Soldat gewesen. Er hatte sich beimFahrar hervorgetan, die Aufmerksamkeit der angesehensten Offiziere der Asche-Legion erregt und nicht einen einzigen Befehl hinterfragt – bis zu diesem Moment. Er wählte seine Worte mit Bedacht.

„Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Ansatz zum gewünschten Ergebnis führen wird, Legionär.“

Schlitzfang fletschte die Zähne. „Ihr seid Euch nicht sicher? Dann lasst mich Euch versichern. Wenn nicht, wird Euch meine Klinge suchen kommen. Kapiert Ihr, was ich sage?“

„Sir“, setzte Evon noch einmal an, und sprach schnell, bevor Schlitzfang ihn niederschlagen konnte. „Die Bewohner von Löwenstein werden nicht auf Drohungen reagieren. Sie müssen das Gefühl haben, dass sie etwas für ihre Investition bekommen. Das sind keine dummen Bauern. Sie stammen von Piraten ab, sind jetzt aber eine Gemeinschaft. Handel und Gewitztheit bedeuten ihnen viel. Eure Einschüchterungsstrategie ist nicht vertretbar. Das ist nicht der Weg der Asche-Legion.“ Er war außer Atem geraten und musste tief Luft holen.

Einer von Schlitzfangs  Mundwinkeln zuckte nach oben und ein langer weißer Reißzahn wurde sichtbar. „Ach, sie werden auf jeden Fall Schutzgelder bezahlen. Sonst sorgen wir dafür, dass sie sich wünschen, sie hätten bezahlt. Geht mir aus den Augen, bevor ich es mir anders überlege und bereue, dass ich Euer Leben verschont habe.“

Die Möglichkeiten schossen in Evons Gedanken wild durcheinander und kollidierten. Ihm standen mehrere davon zur Verfügung, doch eine kam ihm nie in den Sinn: Zweifel. Er entschied sich für eine Vorgehensweise.

Evon schnaubte zornig: „Ich kann nicht zulassen, dass Ihr diesen Weg verfolgt. Ich werde Euch nicht beim Erpressen der Bewohner von Löwenstein unterstützen. Das hilft uns nicht dabei, hier Fuß zu fassen.“ Während er sprach, pochte seine Halsschlagader. Seine Arme entspannten sich und seine Hand berührte den Knauf seines Dolches. Seine Wahrnehmung weitete sich im gleichen Maße wie sein Gesichtsfeld.

Schlitzfang nahm die Beleidigung nicht ohne Widerspruch hin. Durch zusammengebissene Zähne knurrte sie: „Mir egal, was Ihr denkt, Wurmkot. Ihr habt den Trupp gerade verlassen – für immer.“

Mit einer ausladenden Geste zog Schlitzfang ihr Schwert und schwang es in die Richtung von Evons Kopf.

Dieser war jedoch schneller.

Mit einem behänden Doppelschritt war er in der Reichweite seines Legionärs, um den Schwertschwung zu blockieren. Mit seiner freien Hand klammerte er sich an Schlitzfangs Hörnern fest, zog sie nach unten und tat einen Schritt zurück, indem er sein Gewicht verlagerte. Dann trieb er seinen Dolch tief in Schlitzfangs Hals, bis er an ihrem Rückgrat wieder heraustrat.

Das Klirren ihres Schwertes, das auf den Steinboden fiel, ließ den Schlitz-Trupp aus seinem Schock erwachen und sie eilten herbei, um Evon von ihrem Legionär wegzuzerren.

Evon trat zurück und sah zu, wie sie Schlitzfang auf den Boden senkten. Ihm war vollkommen klar, dass sie sie nicht retten konnten. Er wartete, während Blut von der Klinge seines Dolches auf seine Hand tropfte.

Als sich die anderen ihm endlich zuwandten, wich er nicht von der Stelle.

„Jetzt bin ich Legionär“, meinte er. „Tut, was ich sage oder gesellt euch in den Nebeln zu Schlitzfang. Einwände?“

Nicht alle Mitglieder des Trupps schüttelten ihre Köpfe, doch keines widersprach.

„Gut. Sorgt dafür, dass sie heute Abend ehrenvollen eingeäschert wird. Morgen richten wir die Schwarzlöwen-Handelsgesellschaft ein – und zwar richtig.“

Der Trupp hob Schlitzfangs Leichnam hoch und trug ihn davon. Evon bewegte sich erst, als sie nicht mehr da waren, um mit anzusehen, wie er langsam an der Wand entlang zu Boden sank. Er konzentrierte sich auf seine Atmung. Hätte Schlitzfang ihn nicht unterschätzt, wäre er jetzt tot. Das Risiko, das er eingegangen war, hatte sich aber gelohnt. Die Schwarzlöwen-Handelsgesellschaft gehörte ihm.

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